Wolfram Schäfers
Inspirierende Interpretationen – Serie "Kölner Dom Grundrisse"
KONZEPT
Die Serie untersucht den Kölner Dom nicht als Bauwerk, sondern als visuelle Speicherform von Material, Erinnerung und Transformation.
Der Grundriss wird zur Projektionsträgerfläche zwischen:
• Materialität (Gold, Silber, Rost, Folie)
• Zerfall / Fragment (Riss, Auflösung, Dekonstruktion)
• Energie / Licht (Neon, Feuer, Farbraum)
• Immaterialität (Abdruck, Schichtung, Schwebe)
Der Dom erscheint dabei weniger als Gebäude, sondern als kontinuierlicher Zustand zwischen Konstruktion und Verschwinden
KÜNSTLERISCHE HALTUNG
Im Zentrum der Arbeit steht die Frage, wie Architektur jenseits ihrer Funktion sichtbar werden kann. Der Kölner Dom wird dabei zu einer Projektionsfläche für Prozesse von Verdichtung, Auflösung und Überlagerung.
Die Arbeiten untersuchen den Dom als visuelles Archiv: Gold, Silber, Rost, Pigmente, Folien und farbige Überlagerungen ersetzen die klassische Repräsentation durch eine materielle Lesbarkeit der Idee von Architektur. Der Grundriss bleibt dabei stets erkennbar, doch er wird verschoben, überlagert, fragmentiert oder aufgelöst. Er ist weniger Darstellung eines Bauwerks als vielmehr Träger eines Prozesses – einer permanenten Veränderung von Ordnung und Auflösung.
So wird der Dom in dieser Serie weniger dargestellt als vielmehr befragt: als Oberfläche, als Abdruck, als Fragment und schließlich als immaterielles Bild.
Material – Oberfläche – Transformation
Die ersten Arbeiten der Serie untersuchen den Kölner Dom als reine Materialfigur. Der Grundriss wird hier zur Trägerfläche für Gold, Silber, Patina und farbliche Kontraste. Architektur erscheint nicht als Bauwerk, sondern als Oberfläche im Zustand der Verwandlung. Zwischen Glanz und Oxidation, zwischen monochromer Verdichtung und expressiver Farbenergie entsteht eine visuelle Sprache, die den Dom in unterschiedliche Materialrealitäten überführt.
Fragment – Erinnerung – Auflösung
In der zweiten Werkgruppe beginnt sich die architektonische Ordnung sichtbar zu destabilisieren. Der Dom-Grundriss wird fragmentiert, überlagert und in atmosphärische Farb- und Materialräume eingebettet. Risse, Spritzer, Nebel und Folien verschieben die klare Lesbarkeit der Struktur hin zu einem Zustand zwischen Erinnerung und Auflösung. Architektur wird hier zur Spur eines Prozesses, der sich permanent selbst überschreibt.
Schichtung – Immaterialität – Schwebe
Die abschließenden Arbeiten führen die Serie in einen Zustand zunehmender Entmaterialisierung. Der Dom erscheint als Abdruck, als schwebende Konstruktion oder als nur noch angedeutete Struktur. Material wird zur Schicht, Form zur Projektion, Architektur zur immateriellen Erscheinung. In dieser Phase kippt der Grundriss endgültig in einen offenen Bildraum, in dem Konstruktion und Auflösung gleichzeitig bestehen.
Werkserie „Kölner Dom Grundrisse" von Wolfram Schäfers
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